IP.ONE NEW WORK, NEW SPACE                                                                             Text: Andrea Hurton            

  • Schluss mit grauen Betontürmen! - Working Orange!
  • Das IP.ONE von BKK-3 entwickelt einen neuen, offenen Typus von Büroarchitektur. Das heute allseits zitierte Prinzip "Vernetzung" nimmt Form und Gestalt an.  
  • Der Standort: Die Gegend um den Matzleinsdorfer Platz in Wien-Favoriten ist alles andere als eine Traumgegend. Schwierige Verkehrsanbindung, alles grau in grau, die übliche Tristesse aus Wohnblöcken und Bürogebäuden. Wenig Abwechslung weit und breit. Kaum Cafés, keine Restaurants.
  • Das IP.ONE sieht man von weitem. In kräftigem orange, der BKK-3-Farbe schlechthin, leuchtet es einem entgegen. Ein grellbunter Kristall von einem Gebäude in einer tristen Betonumgebung. Ein Farbflash in einem grauen Umfeld. Das Impulszentrum eins, wie das IP.ONE im offiziellen Jargon heißt, ist ein Farbmagnet.

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Ansicht Fernkorngasse

 

Innenhof

WEstansicht

DAchskulptur

 

ZENTRALE HALLE MIT SEMINARRAUM UND CAFE

 

 

 

 

 

    Das Konzept: Die Farbgebung hat Signalwirkung und Symbolkraft. Sie setzt einen Akzent in einem bestimmten urbanen Umfeld, sie bekennt sich aber auch zu einem Begriff von Arbeit, der über die Assoziationen des Industriezeitalters weit hinausgeht und auf zeitgemäße Theorien und Terminologien anspielt. 

  • Die Arbeitswelt ist in einem rapiden Wandel begriffen. Massenproduktion, 9 to 5 Jobs, fixe, streng geregelte Arbeitsverhältnisse nehmen ab, Netzwerke als Organisationsformen, flache Hierarchien und Flexibilität nehmen zu.
  • Die Architekten: BKK-3 sind dafür bekannt, dass sie neue, zeitgemäße Ansätze zu Themen des urbanen Lebens finden. Bei der "Sargfabrik" und der "Miss Sargfabrik" haben sie das Thema "Wohnen" neu interpretiert und auf demographische Entwicklungen ebenso Bezug genommen wie auf Lifestylephänomene wie auf soziale Ansätze.
  • Mit ihrem Konzept für die Impulszentren betten sie das Thema Arbeit in ein zeitgemäßes räumliches Konzept ein. Wir leben in einer Zeit der Unsicherheit und des Übergangs. Das Industriezeitalter neigt sich dem Ende zu, die immer wieder zitierte und beschworene Wissensgesellschaft steckt gerade erst in den bescheidenen Anfängen. Die Netz-Wert-Ökonomie wurde erst von Theoretikern beschrieben. Das heißt, es fehlen weitgehend die Erfahrungswerte und konkrete Umsetzungen für die rapiden Veränderungen, mit denen wir leben.
  • Das IP.ONE, das als Weiterentwicklung der einstigen Gewerbehöfe gedacht ist, nimmt auf neue Tendenzen und Strömungen Bezug - allerdings ohne in Abgehobenheit und Selbstzweckhaftigkeit zu verfallen. Der Nutzwert und die Anpassung an die Wünsche und Bedürfnisse der Mieter stehen an oberster Stelle. Die Grundrisse sind so flexibel gehalten, dass individuelle Gestaltungswünsche erfüllt werden können, Atmosphäre und Raumgefühl lassen Weite, Helle und Offenheit zu. Die Rigidität und das Normierte tradierter Büroarchitektur ist hier nicht zu finden.
  • Das IP.ONE beherbergt einen bunten Mix von Unternehmen aus der Dienstleistungsbranche, Internetfirmen, Kulturproduzenten, aber auch einen Seminarraum, der auch extern vermietet wird, sowie das Restaurant "SLASH". Ein weiteres Thema des IP.ONE, das von der Firma "Prisma Zentrum für Standortentwicklung" realisiert wurde, ist es, Anbindungen im Bezirk zu schaffen. Die moderne Bürowelt wird nicht als steriler, sich abkapselnder Raum gesehen, in dem um 17.00 Uhr die Lichter ausgehen, sondern gleichsam als fließendes soziales und architektonisches Gebilde.
  • Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verfließen, die Leute, die hier arbeiten, treffen im Restaurant auf Anrainer, Restaurantbesucher, im Seminarraum finden Präsentationen statt. Der Ort lebt - über die herkömmlichen Arbeitszeiten hinaus. Das auf "Worldfood", also auf ein Sampling internationaler Küchen spezialisierte Restaurant "SLASH" - weiß, hell, luftig, ein Ort zum Essen und zum Kommunizieren -, ist ein Beispiel für eine neue Architektur der Sinnlichkeit. Sie spricht uns vielleicht gerade als Gegenpol zum technologischen Fortschritt an, als Ausgleich für die Sinne gewissermaßen und um so etwas Altmodisches wie das "menschliche Maß" zu wahren.